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U-Bahn-Wagen ohne Ausschreibung geordert

BVG bestellt, Siemens schäumt

„Weil wir dich lieben“ – so lautet der Slogan der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Diese Art der Zuneigung dürfte sich im Hause Siemens derzeit nicht großer Erwiderung erfreuen: Der Technologiekonzern geht seit Anfang Dezember rechtlich gegen das Unternehmen für den öffentlichen Nahverkehr in der Hauptstadt vor. Grund: Die BVG hatte Anfang November einen Auftrag für die Lieferung 80 neuer U-Bahn-Wagen direkt an die Firma Stadler Pankow GmbH vergeben. Aufgrund des hohen Auftragsvolumens – die Rede ist von 120 Millionen Euro – hätte dieser Auftrag europaweit ausgeschrieben werden müssen. Siemens hat nun bei der Vergabekammer des Landes Berlin einen Antrag auf Nachprüfung der Auftragsvergabe gestellt.

Die BVG argumentiert, dass es sich um eine „Notfallbeschaffung“ handele. Die neuen Wagen müssten spätestens ab dem Jahr 2019 insgesamt 70 Waggons der Baureihe F79 ersetzen, die vor einigen Jahren notdürftig repariert worden waren, nun aber deutliche Verschleißmängel aufweisen. Aufgrund der Besonderheit des Berliner U-Bahn-Netzes, so die BVG, könne nur die Firma Stadler, die bereits aktuell Züge für die Hauptstadt produziert, diesen kurzfristigen Bedarf decken. Für Siemens, selbst potenzieller Auftragnehmer bei einer ordnungsgemäßen Ausschreibung, kein Grund, die Regularien zu umschiffen. Während die BVG auf eine außergerichtliche Einigung hofft, hat die Vergabekammer zunächst bis zum 3. Januar Zeit, über den Siemens-Antrag zu befinden.    

BVG bestellt, Siemens schäumt
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