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Lähmende Bürokratie

Überbordende Bürokratie lähmt Vergabeverfahren - diese These scheint sich immer mehr zu beweisen.

14 Quadratmeter Raufasertapete müssen ausgetauscht und 46 Quadratmeter Wand neu gestrichen werden. Der zu behebende Wasserschaden in einem Kindergarten scheint überschaubar. Ein Malermeister aus Iserlohn schätzt mit seiner langjährigen Erfahrung den Gesamtauftragswert auf 350 Euro – netto. Dieser Kalkulation entspricht ein ebenfalls überschaubarer Reingewinn von 17,50 Euro.

Weniger überschaubar ist dabei allerdings der Berg an Formularen, die Malermeister Renfordt von der Kommune zugeschickt bekam. Ganze 46 Seiten müsste er durchlesen und ausfüllen, um sich an der Ausschreibung zu beteiligen. Der Aktenhaufen besteht aus:

  1. Eine GAEB Datei
  2. Ein pdf mit der „Aufforderung zur Abgabe eines Angebotes“  (3 Seiten)
  3. Der „Angebotskennzettel bei elektronischen Vergabeunterlagen“ (1 Seite)
  4. Die „Teilnahmebedingungen“ (3 Seiten)
  5. Die „Besonderen Vertragsbedingungen“ (3 Seiten)
  6. Die „Zusätzlichen Vertragsbedingungen“ (1 Seite)
  7. Die „Eigenerklärung zur Eignung“ (3 Seiten)
  8. Das „Angebotsschreiben“ (2 Seiten)
  9. Das „Leistungsverzeichnis“ als pdf (8 Seiten)
  10. Eine Anlage mit Plänen und Fotos (3 Seiten)

Insgesamt ein nicht nachvollziehbarer Bürokratie-Wahnsinn. Und eben der am meisten genannte Grund, warum viele Firmen sich nicht mehr an öffentlichen Ausschreibungen beteiligen. Völlig zu Recht ließ Meister Renfordt auf seinem Block einmal Dampf ab und drückte in eigenen und lesenswerten Worten seinen Unmut aus auf:

malerrenfordt.de

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